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Phyllostachys bambusoides 'Holochrysa' - Bambus des Jahres 2007

Synonym: Phyllostachys bambusoides ‚Allgold‘ Mc Clure.
Goldhalmiger Rillen- (oder Rinnen-) Bambus.
Japanisch: Ougon-chiku oder Kin-chiku.
Englisch: Golden giant timber bamboo.

Name / Vorkommen / Herkunft
Der wissenschaftliche Name stammt aus dem Griechischen und besagt, dass diese Spielform – anders als der wilde Typ – ganz und gar golden gefärbt ist; gemeint sind die Halme samt den Zweigen. Der wissenschaftliche Name „Allgold“ stammt aus dem amerikanischen, ist der zweitgültige bzw. korrekter gesagt der derzeit ungültige Name und bedeutet das gleiche wie der griechische Name: „Alles Gold“. Diese goldene Spielform ist seit 1865 in Europa eingeführt. Sie ist eine in Japan auftretende Gartenform. Ursprungspflanze ist der in weiten Teilen Chinas wachsende Phyllostachys bambusoides.
Die goldhalmige Mutationsform kann als Sämlingsmutation entstehen, oder als Knospenmutation ungeschlechtlich aus den Rhizomen des sehr attraktiven, berühmt gewordenen Phyllostachys bambusoides ‚Castillonis‘ hervorgehen.
Eine dritte Entstehungsmöglichkeit ist beobachtet worden, wenn der andere, ebenfalls attraktive Bambus Phyllostachys bambusides ‚Castillonis inversa‘ nach einer Blüh- und Fruchtphase nicht zum Absterben kommt.
Auch bei anderen Bambusformen wird immer wieder die Beobachtung gemacht, dass sich sozusagen vor unseren Augen neu gebildete Triebe mutativ verändern. Sie schlagen dann in eine andere Form um.

 

Wuchsform
Aufrechter Wuchs, nur bei für deutsche Verhältnisse sehr warmem Standort Ausläufer treibend; andernfalls Jahre lang horstförmiger Wuchs. Falls er nach vielen Jahren aus deutlich ausschweifenden Rhizomen austreibt, bilden sich größere Abstände zwischen einzelnen mehr horstförmig gehäuften Wuchsplätzen

Höhe/Stärke
Nach Jahren erreichte Höhe 3 m bis 6 m, Halm bis 3 cm Durchmesser. Bei günstigem Standort, entsprechendem Wärmeangebot und vorzüglicher Pflege wird dieser attraktive Gartenbambus auch höher und dicker.

 

 

Halm/Halmscheiden
Einer der schönsten, fast rein goldstämmigen, mittelhohen bis hohen Bambusse. Wenn man im ausgedehnten Bestand danach sucht, kann man vereinzelt dünne grüne Streifen sowie „grüne Akzente“ am Halm im Internodium bzw. Knotenbereich finden. Die Halme entwickeln sich im Vergleich zur Stammform Phyllostachys bambusoides (rein olivgrüne Halme) weniger auffällig verdickt am Knoten, wenn man Internodienabschnitte gleichen Durchmessers heranzieht. Die Halm- und Zweigfarbe variiert ja nach Besonnung, Alter und Bodentyp von gelb, safran, über orange bis rot. Besonders in der Nähe der Halmbasis kann dieses auffällige Farbspiel – wie oben ausgeführt – unterbrochen werden von schmalen grünen Streifen, von Knoten zu Knoten durchgehend oder von „abgebrochenen Akzenten“ in der Nähe der Knoten. Dadurch könnte bei flüchtigem Hinsehen eine Verwechslung mit dem ‚Castollonis‘ entstehen, der aber seine breiten grünen Streifen nur innerhalb des Sulcus hat. Die sehr attraktiven, allerdings in kürzester Zeit in der Farbe vergänglichen Halmscheiden, sind anfangs braunschwarz getigert, gepunktet und gestreift und durch die gelb-goldene Grundfärbung noch auffälliger als bei der Ausgangsform.

Blatt
Ähnlich wie bei der Ausgangsform, jedoch da und dort sind einzelne Blätter mit gelben bis weißlichen Streifen zu finden.

Winterhärte
Bei hohem Wärmegenuss und guter Ausreife der Halme samt Blatttrieben ist die Winterhärte ähnlich wie bei der Ausgangsform einzuschätzen.

Standort
Für diesen leuchtend goldhalmigen, im Frühsommer pastellfarbigen Bambus ist ein warmer und sonniger Standort notwendig. Hier kommt das Farbspiel am besten zur Geltung und er fördert die Ausreifung.

Gartenpraxis / Pflegeanforderung
Nur in warmen und wintermilden Gegenden und Gebieten Deutschlands ist eine Rhizomsperre erforderlich. Dagegen sind bei horstförmig bleibender Entwicklung bei der Pflege die innersten, in der Regel ältesten Triebe, tief am Boden rechtzeitig im mehrjährigen Turnus zu entfernen. Damit wird der nachteiligen Eigenkonkurrenz um Licht und Wasser richtig und zeitig begegnet.

Topfkultur
Dekorative Kübelpflanze, aber mit hohem Lichtbedürfnis für guten Zuwachs, wie alle Phyllostachys bambusoides-Goldformen.

Gärtnerische Verwendung
Als Solitärbambus, in Gruppen, gegebenenfalls bei günstigen Verhältnissen als Phyllostachys-Hain ist der ‚Holochrysa‘ einer der dekorativsten voll gelbgoldenen mittelhohen Bambusse. Der Kontrast zwischen den im Frühling pastellfarbigen Halmen mit den getigerten Scheidenblättern ist jährlich ein ersehntes Erlebnis, ähnlich wie bei dem berühmten Elitebambus ‚Castillonis‘. Zum Glück ist der ‚Holochrysa‘ für etwas kühlere Klimate und Gegenden, in denen der Star ‚Castillonis‘ kaum noch empfehlenswert bzw. einen Versuch wert ist, noch geeignet.

 

Benachbarung/Vergesellschaftung
Solitärbambusse benötigen nicht zwingend ein Zusammenwirken mit geeigneten Nachbarn; sie werden gut in geräumigen Gartenpartien in Freiraumstellung vorgeführt, soweit es selbst dort nicht an Platz mangelt. Eine Unterpflanzung kann gut entfallen, jedoch präsentiert sich der ‚Holochrysa‘ geschickt am Rand von hellfarbigen Kieswegen oder direkt umgeben von weißen Kieselbeeten.
Durchaus vorstellbar wäre bei solcher Präsentation der Zweiklang mit Phyllostachys nigra oder Nigra-Formen wegen des Spitzenkontrastes schwarz/ weiß/golden. Aber Vorsicht auf die verschiedenen Wachstumsgeschwindigkeiten der verwendeten Bambusse am jeweiligen Gartenstandort! Bei der weiteren Pflege muss darauf sorgfältig und rechtzeitig Rücksicht genommen werden.

Episoden
Vor genau 110 Jahren kam der englische Bambus-Freund und erster Buchautor Freeman-Mitford ins Schwärmen beim Anblick des nächsten Verwandten unseres Porträt-Bambus, beim berühmt gewordenen ‚Castillonis‘. Vor 40 Jahren erging es dem zweiten englischen Bambus-Buchautor gleichermaßen. Bescheidener regt der Schreiber in diesem Porträt hier an, dass Liebhaber mit Gärten die zu rau für den Star ‚Castillonis‘ sind, ihre Kunst mit dem fast eben so attraktiven ‚Holochrysa‘ versuchen. Glück und Geduld!

Albrecht Weiss

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zuletzt aktualisiert: 14.05.2012
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Fotogalerie Phyllostachys bambusoides 'Holochrysa'