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Fargesia sp. Jiuzhaigou - Bambus des Jahres 2005

Wie schon im Bambus-Journal Ausgabe 2/2004 berichtet, fiel die Wahl des Bambus des Jahres 2005 auf einen ganz besonderen Bambus: Fargesia spec. Jiuzhaigou. Besonders in vielerlei Hinsicht. Fangen wir mal ganz vorne an. Die Herkunft dieser Fargesie liegt im Norden der Provinz Sichuan im Nationalpark Jiuzhaigou (sprich: Tschiuseigu), der wegen seiner einzigartigen Vielfalt an Flora und Fauna unter dem Schutz der UNESCO steht.

Der natürliche Standort ist der lichte Nadelwald mit Rhododendren und Kiefern bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Der Nationalpark liegt auf einer Höhe von etwa 2400 bis 3000 Meter über Meeresspiegel und ist bis heute nur durch eine mehrtägige beschwerliche Reise zu erreichen. 1989 gelang es Roland Willumeit – in einem feuchten Taschentuch transportiert – einige Sämlinge mit nach Europa zu bringen, von denen wenige überlebten. Später kamen noch andere Pflanzensammler in diesen Park und auch sie brachten einige Sämlinge mit. Die Mutterpflanzen waren alle schon verblüht, so dass eine exakte Bestimmung der Art bis heute nicht möglich war. Daher führt unser Bambus des Jahres die Abkürzung „spec.“ als Artname, was für lateinisch: species steht und „unbestimmte Art“ bedeutet.

Doch nun zur Pflanze: Die Halme dieser Fargesia sind mal mehr, mal weniger intensiv rot ausgefärbt und gehen von gelb-orange bis hin zu rötlichschwarz.
Je nach Sämling ist die Wuchshöhe von 1,50 Meter bis zu etwa 4 Meter verschieden. Die Blätter sind zierlich dunkelgrün, etwa 2,5 cm bis 6 cm lang und etwa 0,5 bis 1,5 cm breit. Ähnlich zu Fargesia nitida entspringt an den Knoten eine Vielzahl von Zweigen mit Längen bis zu 30 cm. Der Habitus reicht von straff aufrecht bis leicht überhängend. Durch das feine Laub wirkt die Pflanze nie so massig und dicht wie eine Fargesia murielae und ihre Halme kommen sehr schön zur Geltung.

Im Herbst putzt sich Fargesia spec. Jiuzhaigou so wie alle Fargesien, jedoch verliert sie etwas mehr Blätter als andere, um mit weniger Verdunstungsfläche durch den Winter zu kommen. Bei großer Hitze und starkem Frost rollen sich die Blätter ein, auch das ist ein weiterer Verdunstungsschutz.

Die Winterhärte ließ bis jetzt keine Wünsche offen. Bis minus 24° C über längere Zeit überstanden sie schadlos. Zur Verwendung in unseren Gärten stehen diesem Bambus alle Türen offen. Sowohl als Solitär mitten im Staudenbeet als auch als dichte Hecke für Sicht- und Windschutz ist er geeignet und bildet eine elegante und grazile Alternative zu anderen Fargesien wie F. murielae, F. robusta oder F. rufa. Mittlerweile bieten mehrere Baumschulen und auch schon das eine oder andere Gartencenter diesen Bambus an. Da die Unterschiede der einzelnen Sämlinge recht groß sind, wird jeder etwas für seine Ansprüche finden.

Viel Spaß mit dem Bambus des Jahres 2005.

 

Holger Ehrlich, Bambus-Journal 4/2004

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zuletzt aktualisiert: 14.05.2012
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Fotogalerie Fargesia sp. Jiuzhaigou

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