|  EBS-Deutschland  |  Bambus-Infos  |  Arten und Sorten  |  Begleitpflanzen/Garten allgemein  |  Gärten/Parks  |  Interaktiv  |  Members' Area  |  Impressum  |

Die Gartenreise der EBS zu Irlands schönsten Parks und Gärten im April 2010

Nach Aufhebung des Flugverbotes konnte unsere Irlandreise wie geplant am Freitag den 23. April 2010 vom Flughafen Frankfurt starten. Der Flug war angenehm und wir landeten bei blauem Himmel pünktlich in Dublin. Dort nahm uns unser irischer Guide Ronan in Begleitung unserer Busfahrerin Roda in Empfang.
Unser erstes Ziel war der Mount Stewart Garden südwestlich von Belfast gelegen. Auf der Fahrt konnten erste Eindrücke von Irland gewonnen werden. Außerhalb Dublins flache bis leicht hügelige grüne Landschaft mit weitem Blick ins Land, in das einzelne Gehöfte und Häuser eingestreut liegen.
Nach passieren des Großraums Belfast gelangten wir über eine schmale Küstenstraße mit Blick auf den Fjord zur Gartenanlage des Mount Stewart. Die gesamte Anlage liegt malerisch an der Küste und wird von einer typischen Steinmauer eingefasst. Nördlich des imposanten Herrenhauses erstreckt sich ein großer parkartiger Raum mit See und zugehöriger Insel. Die weitläufige Anlage imponiert mit vielen beeindruckenden Baumgruppen und Solitärs, Redwoods, Araukarien, Steineichen und Eukalyptus. Die Umrundung des Sees eröffnet immer neue Perspektiven und Blickachsen. Die in Blüte stehenden Zierkirschen und die zahlreichen Frühlingsblüher vertragen sich zwanglos mit der doch sehr exotisch wirkenden Bepflanzung. Es finden sich dichtere Gruppen von Eukalypten und immergrünen Sträuchern in idealer Kombination mit baumhohen Exemplaren von Rhodendron Macabeanum und Rhododendron Sinogrande, deren schwefelgelbe kindskopfgroße Blütenstände einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch der rötliche Blattaustrieb von Rhododendron marginatum fasziniert.  Hinzu treten die regelmäßig eingestreuten, makellosen Solitärs von Cordyline australis und der breitblättrigen  Cordyline indivisa. Die riesigen in Blüte stehenden Magnolia campelli ließen das vom letzten Winter gebeutelte Gärtnerherz höher schlagen.
Südlich des Herrenhauses liegt ein formaler Gartenteil flankiert von zahlreichen auf Mauern und Balustraden ruhenden Steinfiguren. Der Garten fließt über zur Gebäudefassade, die durch große Spaliere von Magnolia grandiflora und immergrünen Kletterpflanzen eingerahmt wird. Auch wenn der Gartenraum gepflegt erscheint, liegt ein Hauch Morbidität über diesem Teil des Gartens. Es finden sich noch weitere kleinere Gartenräume, die Ihren eigenen Reiz entfalten. Nach einer kleinen Teepause verlassen wir Mount Stewart, sicher mit dem guten Gefühl ein Stück faszinierender Gartenbaukunst gesehen zu haben.
Nach Einchecken im Ramada Encore Hotel  in Belfast City, können wir unsere Eindrücke beim gemeinsamen Abendessen und später in der Lounge mit einigen Pint Guinness ausklingen lassen.

Rhododendron macabeanum

Unser zweiter Tag wird eröffnet mit einer kurzen Stadtrundfahrt in Belfast. Wir durchqueren das Hafen- und Werftgelände, wo 1912 die Titanic vom Stapel lief. Die Fahrt führt weiter durch die im Westen des Stadtzentrums gelegenen Wohnviertel von Katholiken und Protestanten. Die noch durch Zaun und Sicherheitssperren getrennten Straßenzüge lassen die vergangenen Phasen von Terror und Straßenkampf erahnen. Es ist schon beklemmend, an diese noch nicht lange zurückliegende Phase der irischen Geschichte erinnert zu werden. Hoffentlich geht der Friedensprozess in Zukunft weiter und die Leute können ohne Barrieren gewaltfrei miteinander umgehen.

Cordyline indivisa

Wir setzen unsere Fahrt fort in Richtung Südosten nach Castle Ward House einem ehemaligen Landsitz, jetzt verwaltet – wie Mount Stewart – durch den National Trust. Auf unserer Fahrt über schmale Landstraßen kommen wir durch eine hügelige, kleinteilige Landschaft mit Kuhweiden, eingefasst von grünen Hecken und leuchtendem Stechginster. In Castle Ward besuchen wir zunächst den formalen Garten im Sinne eines Senkgartenkarrees eingerahmt von einer Mauer und Hecke. Zentriert um große Cordilyne australis finden sich Rabatten und verschiedene Solitärs. Es folgt  nach Westen ein parkartiges Gelände mit mächtigen Redwoods und anderen exotischen Koniferen und immergrünen Bäumen.
Vom Castle blickt man weit hinaus auf den Strangford Lough. Wir nehmen den Rundweg zum Meer und gelangen von einer Buchenallee gesäumt zum ehemaligen Bootsanleger. Hier hat man wieder einen schönen Blick auf den Fjord und die benachbarten Inseln. Vorbei an den Wirtschaftsgebäuden, umrundet der Weg direkt am Meer die Landzunge und führt zurück zum Farmgebäude. Auf dem Weg liegt der Temple See, eingebettet in ein flaches Talbecken. Bei schönstem Wetter durchqueren wir die Landschaft und nehmen die zahlreichen botanischen Sehenswürdigkeiten auf. Da an diesem Tag ein Benefizrundlauf für die örtliche Hospizstiftung ausgetragen wird, können wir uns als Trittbrettfahrer an den leckeren Kuchen und Hotdogs bedienen.

Araukarie im Castlewellan Forest Park

So gestärkt geht’s weiter zum Castlewellan Forest Park.
Da unser Bus am Eingangsportal an Überbreite scheitert, müssen wir das Gelände zu Fuß erobern. Auf dem Weg zieht eine riesige Araukarie alle Blicke auf sich. Wir sind von der Größe und der Ausstrahlung des Baumes fasziniert. Ist er hundert oder gar hundertfünfzig Jahre alt? Da am zentralen See eine Ruderregatta ausgetragen wird wimmelt es von Ruderaktivisten und Publikum. Der Zeitplan drängt, wir streifen nur kurz das Seeufer und nehmen dann den Forstrundweg, der Richtung Castle führt. Das hangartige Gelände ist sehr weitläufig, die zahlreichen Gehölze werden teilweise von Eschen und anderem Aufwuchs bedrängt. Mir fallen wieder die schon oben erwähnten Rhododendren auf. Die Koniferenliebhaber kommen auch auf ihre Kosten, es finden sich diverse Zypressen, Tsuga canadensis nebst Tsuga heterophylla.
Das Beste kommt ja oft zum Schluss. In diesem Fall ist es der durch eine hohe Mauer eingefriedete Annesley Garden. Der formale Garten im mediterranen Stil mit Brunnenanlage geht über in einen Park. Hier finden sich fantastische Exemplare verschiedener Magnolien und blühender Rhododendren. Neben großen Eukalypten, finden sich  Cunninghamia lanceolata, Dicksonia antarktika und Bestände von Blechnum chilense zu Füßen mächtiger Redwoods. Verschiedene Arten von Podocarpus, Taxodien, Aralia chinensis sowie eine Araucaria bidwilli fallen auf. Die Kamelien haben auch beachtliche Größe, doch die Hauptblüte schien bereits vorbei zu sein. Etwas fußlahm aber mit vielen botanischen Eindrücken bereichert verlassen wir den Forest Park. Die innere Stimme sagt: da möchte ich noch mal hin!

Brücke im japanischen Garten in Kildare

Am Tag Drei geht die Fahrt weiter Richtung Südwesten mit Ziel Kildare, wo sich neben dem irischen Nationalgestüt der japanische Garten befindet. Wir erhalten eine Führung durchs Gestüt und können uns einen Eindruck von der Größe und dem enormen Aufwand für die Rennpferdezucht machen. Es gibt 250 Stuten, die zeitgleich fohlen können. Die Verdienste der prämierten Champions werden uns auf polierten Messingtafeln näher gebracht.
Auf dem Gelände befindet sich der Garten des heiligen Fiachra, dem Schutzheiligen der Gärtner. Schön zu wissen, an wen man sich bei Schneckenplage, Dürre, Frostschäden etc. zu wenden hat. Der Garten ist als Wasser-Steingarten angelegt mit im Wesentlichen autochthoner Bepflanzung. Besonders der mit fantastisch geformten Blöcken gestaltete Wasserfall hat mich beeindruckt.
Der japanische Garten weist die typischen Gestaltungsmerkmale auf, insbesondere die Wegführung mit raffinierter Kombination von Wasser und Miniaturlandschaft sprechen den Besucher an. Die Anlage war sehr gepflegt, die Kirschblüte und die austreibenden Gehölze mit Frühlingsblühern entfalteten eine heitere und beruhigende Wirkung. Die sehr rote Bogenbrücke wirkte als starker Blickfang und diente als willkommenes Fotomotiv.
Wir fahren weiter Richtung Killarney und besuchen in der kleinen Stadt Birr den sehr weitläufigen Landschaftsgarten Birr Castle. Vom Hauptgebäude mit netter Restauration, blickt man in eine weite Parklandschaft, durchsetzt mit sehr alten Buchen und Eichen. Der weite Blick entspannt und wir wenden uns zum Millenium Garten, einem formalen Gartenteil mit Mauereinfassung und Einfriedung durch große Laubengänge von Hainbuche. Neben von Buchs gesäumten Beeten finden sich Staudenrabatten, angelehnt an ein verfallenes Gewächshaus und eine noch intakte Orangerie. Der Weg durch den Park führt entlang eines Mühlbachs in eine kleine Farnschlucht.
Hier findet sich auch Bambus: Sasa palmata nebulosa, Chusqueen und ein Phyllostachys nigra. Ein sehr großer See liegt  natürlich eingebettet in der Landschaft, die irgendwie nicht enden will. Das Gelände fällt dann ab zu einem Bachlauf mit kräftiger Strömung. Beidseits ist er gesäumt von einer flachen Aue, die eine abwechslungsreiche Bepflanzung aufweist. Es finden sich verschiedene Acer und Cornus kombiniert mit Magnolien, einzelnen Trachycarpus fortunei und frisch austreibenden Gunnera manicata direkt am Bachufer. Weiter oben am Hang finden sich zahlreiche Steineichen Rhodondren und  vitale Exemplare von Magnolia delavayi. Die Strauchpäonien zeigten auch schon Blütenknospen und es wäre schön einen zweiten Blick im Mai zu haben.
Es folgt die längere Anfahrt in die Grafschaft Kerry an der Südwestküste gelegen. Wir Genießen die Ausblicke auf die irische Landschaft. Weite grüne Täler, eingerahmt von den Kerry Bergen, geben ein tolles Panorama ab. Unser Hotel liegt im Stadtzentrum von Killarney und wir nutzen den Abend zu einem Stadtbummel. Bei irischer Folkmusik und einigen Gläsern Stout klingt der Abend harmonisch aus.

.

BambooPark in Glengariff

Wir verlassen Kerry am vierten Tag, passieren ein wildes Hochtal und schrauben uns mit dem Bus über einen Pass zur Westküste. Auf der Passhöhe legen wir einen kurzen Stopp ein und erklettern die kargen Felsen. Der Blick auf den Atlantik und die Küstenlinie können es mit jeder Rosamunde Pilcher Verfilmung aufnehmen. Von unserem Guide Ronan erfahren wir von einem Bambusgarten, der an unserer Route liegt. Natürlich kommen wir diesem Tipp nach und stoppen kurz entschlossen in Glengariff wo der BambooPark direkt an der Küste angelegt wurde. Es folgt ein freundlicher Empfang durch die Managerin Mrs. Claudine de Thibault und den Besitzer einem sehr netten Bambusfreund aus Belgien, der vor 25 Jahren den Garten angelegt hat. Geduldig und in gutem Deutsch hat er uns durch die Anlage geführt und uns Einblicke in sein Reich gewährt. Das Bambussortiment machte einen gepflegten und gesunden Eindruck. Trotz der geringen Wärmesumme sahen wir kräftige Phyllostachys Halme; die zahlreichen, in Gruppen gepflanzten Trachycarpus fortunei waren eine Augenweide. Auch die Dicksonien wirkten vital und zeigten Neutrieb. Allerdings klagte der Besitzer über einen sehr harten Winter mit bis zu minus 5 Grad Celsius. Ist eben Alles relativ, die übrigen Palmen wie Washingtonia robusta und Phoenix canariensis zeigten aber deutliche Frostschäden. Die vielen Eukalyptusarten wirkten alle ungeschädigt. Auf schmalen dschungelartig angelegten Pfaden gelangt man zur Küste und hat einen phantastischen Ausblick in die Bucht. Das unmittelbar am Meer gelegene Wohnhaus ist eingerahmt von üppiger Vegetation blühenden Kamelien und wird begrenzt von einem kleinen Bachlauf. Dieser kann per Brücke gequert werden und führt auf verschlungenen Wegen die Küste entlang und durch ein halbverwilderten Gartenteil gelangt man zurück zum Ausgangspunkt. Botanisch fiel ein immergrüner, omnipräsenter Baum auf der, als Grisella bezeichnet wurde und überall aufkeimte. Auch die stets anzutreffende Myrte luma apiculata bildete ein richtiges Unterholz. Die chilenische Myrte hat einen eleganten baumartigen Habitus, mit sehr schöner bronzefarbener, samtiger Rinde. Hierzu gesellt sich in allen Gärten  Prunus laurocerasus der stellenweise stark wuchert und wie ein dominierender grüner Neophyt erschien.

Oberhalb des Herrensitzes von Bantry House

Nach Verbeugung und Verabschiedung vom Bambus besuchten wir nach kurzer Fahrt den Herrensitz von Bantry House. Das Gelände liegt unmittelbar an der Küste. Das Haupthaus thront am Hang und von der Terasse hat man einen herrlichen Blick auf den Fjord. An der Hausrückseite schließt sich der Terrassengarten an. Herzstück des italienischen Gartens ist eine Glyzinienlaube, die als Rondell einen Brunnen einrahmt. Der Hang oberhalb des Hauses ist via Treppenanlage rasch zu erklimmen. Der Blick aufs Meer und die Küste – einmalig. Rechts vom formalen Garten gelangt man in ein kleines Kerbtal; hier wurden verschiedene exotische Pflanzen gruppiert und begleiten den Bachlauf bis hinauf zum ehemaligen Gemüse und Obstgarten. Dieser ist durch eine hohe Mauer in zwei gleich große Teile getrennt. Das alte Gärtnerhaus ist leider weitgehend Ruine. Große gefasste Wasserbassins und die noch vorhandenen Obstbaumreihen lassen die ehemalige Qualität der Anlage erkennen. Wer würde nicht einen so gut angelegten Gartenbereich sein eigenen nennen wollen!
Als letzten Garten dieses Tages besuchen wir Fota House, ebenfalls ein ehemaliger repräsentativer Landsitz mit Herrenhaus und angelegtem Park, der über einen formalen Gartenteil verfügt und ein vorbildlich gepflegtes Arboretum besitzt. Der formale Teil typisch mit hohen Mauern begrenzt, zeigt sehr schön gepflegte Stauden und Rosenrabatten. Große Rasenflächen werden strukturiert durch alte Solitärs von Cordyline australis. Im Rücken eine Pflanzung diverser Magnolia Grandiflora-Varietäten mit enormen Ausmaßen. Das Arboretum liegt an einem flach abfallenden Gelände, so dass man stets einen guten Überblick über die Pflanzungen hat. Alle Raritäten aufzuzählen ist kaum möglich und man bräuchte sicher einen ganzen Tag um all die botanischen Schätze in Ruhe zu würdigen. Beeindruckende Bilder lieferten die in voller Blüte stehenden Magnolia campelli und Varianten wie Starwars etc. Die dendrologischen Fans begutachteten Wollemia nobilis, die in verschiedenen Gruppen platziert, den cold snap des letzten Winters ohne Schaden überstanden haben.
Als vorbildlich sind die guten Etikettierungen und die Hinweisschilder an verschiedenen Solitärgehölzen zu erwähnen. Sie informieren über Pflanzzeitpunkt, Ausgangsgröße und die weitere Entwicklung der Bäume über Dekaden hinweg. Eine Gruppe von Dicksonia antarktika in voller Fächerpracht und teils enormer Größe beeindruckte nachhaltig. Auch diesem Garten würden wir gerne wieder unsere Aufwartung machen.

Unsere nächste Übernachtung ist in Waterford im Südosten der Insel. Der Wetterbericht hat Regen angekündigt, aber wir haben Petrus auf unserer Seite und sobald wir den Bus verlassen grüßt die Sonne. Unser erstes Besuchsziel  des Tages sind die Altamonts Gardens nördlich von Waterford, im Inland auf einer Hochebene gelegen, eingerahmt von den Wicklow- und Blackstairs mountains.  Die topographische Lage weit ab vom mildernden Atlantik, erklären auch die herben diesjährigen Winterschäden an vielen empfindlichen Gehölzen. So ist die oben erwähnte Grisella komplett erfroren, auch der Laurus nobilis und einige Großblattrhodendron und Dicksonien  zeigten deutliche Frostschäden. Da dies aber seit mehr als 16 Jahren der letzte harte Winter in Irland war, werden sich die Schäden bald wieder wettmachen lassen. Die Gartenanlage entstand angelehnt an eine alte Klosteranlage. Direkt am so genannten Nun´s walk, einer Allee aus uralten Buchen, nahm uns neben der verantwortlichen Gärtnerin ein prächtiger Pfau in Empfang. Die sehr liebevoll gepflegten Abschnitte des Waldgartens, verrieten sehr viel gärtnerisches Können und Arbeitseinsatz.
Der formale Gartenteil nimmt seinen Ausgang am Wohnhaus der 1999 verstorbenen Besitzerin Coronna Watson. Sie übertrug den Garten in ihrem Testament der Gemeinde, verbunden mit verschiedenen Auflagen. Schön wenn man ein solches Lebenswerk weiterreichen kann. Ein großer mit Seerosen bedeckter Teich schließt an den Rabattengarten an, der Weg führt weiter durch einen lichten immergrünen Hain, durchsetzt mit Rhododendron, Kamelien und Farnen. Eine Lichtung mit neu angepflanzten  Gehölzen mündet in ein schmales Bachtal, welches sich geheimnisvoll hinab windet. Der Bach verläuft durch Granitgestein, es gibt auch klammartige Bereiche mit mächtigen Granitblöcken. Der Bewuchs von immergrünem Lorbeer, Kamelien, Farnen und Rhododendron wirkt so natürlich und ansprechend, dass man die dahinter stehende Hand der Gärtnerin nicht bemerkt. Das Tälchen mündet schließlich am Flussufer des Slaney River. Zurück über Kletterpfade gelangt man zum Tempel. Dieser Tempel wurde als Aussichtpunkt auf den Garten und die umgebende Landschaft angelegt.  Der Weg zurück führt am Teich entlang und endet via Brücke an einer markanten Steinbank für Mann und Frau.
Dem Garten angeschlossen ist eine kleine Verkaufsanlage mit Topauswahl an Stauden und Gehölzen. Man fühlt die geleistete Arbeit der jetzigen Verantwortlichen und den besonderen Spirit dieses Gartens, das ist Empfehlung genug für einen erneuten Besuch.
Nach kurzer Überlandfahrt erreichen wir unser nächstes Ziel, die Gärten des Mount Usher. Der Garten ist gut besucht, und uns ist schnell klar, hier wartet ein weiteres Highlight irischer Gärten. Die verbindende Achse des Gartens ist der Varty River, überspannt von mehren Brücken, die malerische Motive eröffnen. Beidseits des Flusslaufs finden sich exquisit angelegte Abschnitte von formalen Rabatten, mit Bestand an solitären Gehölzen im chinesisch-japanischen Stil, Acer Kirschen, Cornus alles in Austrieb und Blüte. Die Ufer gesäumt von Lysichiton canadense, Gunnera manicata und riesigen Phromium tenax in allen Varianten. Im Woodland Garden teilen sich verschiedene schmale Wege auf und man hat Mühe die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Überall ziehen Formen und Farben die Blicke auf sich. Ungewohnte Blattformen und Farben bilden einen Dschungel. Riesige Eukalypten in Gruppen lassen den Betrachter schrumpfen. Die riesigen Blätter von Rhododendron Sinogrande die gelben  Blütenstutzen, die intensiv rot blühenden Kamelien und die Magnolienblüten zaubern pure Exotik. Man stolpert quasi von einer botanischen Rarität zur nächsten. Der Besucher erhält zusammen mit einer Karte auch eine Auflistung der besonderen Pflanzen mit Nummerierung im Areal. Hier nur eine kleine Stichprobe: Drimys winteri riesige Exemplare, Embothrium coccineum, Michelia doltsopa, Pinus montezuma, blühende Acacia dealbata usw. Es fällt schwer alles Gesehene aufzunehmen, der Garten ist einfach zu groß und zu weitläufig. Ein einzelner Besuch in Mount Usher Garden macht Lust auf einen zweiten und dritten.

Irischer Bambus

Nach dem Besuch dieser zwei Gartenanlagen steht noch der dritte Ausflug zum Powerscourt Garden auf dem Programm.  Am späten Nachmittag treffen wir dort ein. Powerscourt Garden ist eine auf Repräsentation ausgerichtete Kombination von Landschaftsgarten und formalem italienischem Garten. Wir gelangen durch das Herrschaftsgebäude auf eine weite Terrasse, die einen Panoramablick auf den am Horizont liegenden Sugar Loaf Mountain freigibt. Das Gelände fällt ab über terrassierte Rasenflächen hinab zum Triton Lake. Gesäumt ist dieser Teil von Skulpturen und angrenzenden Rabatten. Links von dieser Fläche findet sich ein weiterer Mauergarten. Mit ebenfalls streng angeordneten Rabatten und bestens gepflegtem Rasen. Mich zieht es aber rasch weiter zum Arboretum und dem japanischen Garten. Es finden sich riesige Baumsolitäre wie Redwoods, Sicheltannen, Schwarzkiefern von enormen Ausmaßen, eine gigantische Südbuche mit malerischem Wuchs lässt uns staunen. Ein kleiner Wassergarten mit japanischen Stilelementen, geht über in ein Waldtal, flankiert von einem Tower. Hier finden sich die üblichen Exoten: Kamelien, Rhododendren teils baumartig, zahlreiche Araukarien etc. Wieder am zentralen Gebäudekomplex angekommen, fällt nochmals der tolle Ausblick auf den „Zuckerberg“ auf. Der Gartenarchitekt hätte keine bessere Perspektive finden können. Nach diesen geballten Eindrücken fahren wir zurück nach Dublin und beziehen wieder Quartier im gut geführten Croke Park Hotel. Nachdem wir ein gutes Dinner zu uns genommen haben, müssen die Tageseindrücke erstmal sortiert werden. Dies gelingt wieder in geselliger Runde bei einem frisch gezapften Bier.

Auch die schönste Reise geht einmal zu Ende und wir besteigen ein letztes mal den Bus von Roda. Ronan hat uns eine Stadtrundfahrt spendiert und wir können uns einen Eindruck von der Metropole Dublin machen. Die Gehsteige voller Menschen, stets zügig in Bewegung, man geht noch längere Strecken zu Fuß in Dublin. Die typischen Doppeldeckerbusse  und eine Straßenbahn sind das Rückgrat des Nahverkehrs. Wir dürfen daher auch an den üblichen Autostaus teilhaben. Schließlich machen wir noch einen Abstecher in den größten innerstädtischen Park und schießen dort ein Abschiedsfoto, wo der Papst einst die irische Erde geküsst und eine große Messe zelebriert hat.
Schön war es in Irland. Wir Arbeiten uns durch die zahlreichen Sicherheitskontrollen und besteigen pünktlich unseren Flieger nach Frankfurt. In Deutschland erwartet uns Frühlingswetter und der eigene Garten will ja auch wieder versorgt sein.
Zum Schluss vielen Dank an Gerhard Sieber, der sich  bezüglich Organisation und Reiseplanung viel Arbeit aufgeladen hat. Schließlich musste quasi bis auf den letzten Drücker die Anreise gemanagt werden



Content Management Software (c)opyright 2000-2011 by HELLMEDIA GmbH


zuletzt aktualisiert: 22.02.2012
druckenE-MailSeite empfehlenSucheSitemap