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Die Gartenreise der EBS zu Irlands schönsten Parks und Gärten im April 2010 Nach Aufhebung des Flugverbotes konnte unsere Irlandreise wie geplant am
Freitag den 23. April 2010 vom Flughafen Frankfurt starten. Der Flug war
angenehm und wir landeten bei blauem Himmel pünktlich in Dublin. Dort nahm uns
unser irischer Guide Ronan in Begleitung unserer Busfahrerin Roda in Empfang.
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Unser zweiter Tag wird eröffnet mit einer kurzen
Stadtrundfahrt in Belfast. Wir durchqueren das Hafen- und Werftgelände, wo 1912
die Titanic vom Stapel lief. Die Fahrt führt weiter durch die im Westen des
Stadtzentrums gelegenen Wohnviertel von Katholiken und Protestanten. Die noch
durch Zaun und Sicherheitssperren getrennten Straßenzüge lassen die vergangenen
Phasen von Terror und Straßenkampf erahnen. Es ist schon beklemmend, an diese
noch nicht lange zurückliegende Phase der irischen Geschichte erinnert zu
werden. Hoffentlich geht der Friedensprozess in Zukunft weiter und die Leute
können ohne Barrieren gewaltfrei miteinander umgehen. |
So gestärkt geht’s weiter zum Castlewellan Forest Park.
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Am Tag Drei geht die Fahrt weiter Richtung Südwesten mit Ziel Kildare, wo
sich neben dem irischen Nationalgestüt der japanische Garten befindet. Wir
erhalten eine Führung durchs Gestüt und können uns einen Eindruck von der Größe
und dem enormen Aufwand für die Rennpferdezucht machen. Es gibt 250 Stuten, die
zeitgleich fohlen können. Die Verdienste der prämierten Champions werden uns auf
polierten Messingtafeln näher gebracht.
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Wir verlassen Kerry am vierten Tag, passieren ein wildes Hochtal und
schrauben uns mit dem Bus über einen Pass zur Westküste. Auf der Passhöhe legen
wir einen kurzen Stopp ein und erklettern die kargen Felsen. Der Blick auf den
Atlantik und die Küstenlinie können es mit jeder Rosamunde Pilcher Verfilmung
aufnehmen. Von unserem Guide Ronan erfahren wir von einem Bambusgarten, der an
unserer Route liegt. Natürlich kommen wir diesem Tipp nach und stoppen kurz
entschlossen in Glengariff wo der BambooPark direkt an der Küste angelegt wurde.
Es folgt ein freundlicher Empfang durch die Managerin Mrs. Claudine de Thibault
und den Besitzer einem sehr netten Bambusfreund aus Belgien, der vor 25 Jahren
den Garten angelegt hat. Geduldig und in gutem Deutsch hat er uns durch die
Anlage geführt und uns Einblicke in sein Reich gewährt. Das Bambussortiment
machte einen gepflegten und gesunden Eindruck. Trotz der geringen Wärmesumme
sahen wir kräftige Phyllostachys Halme; die zahlreichen, in Gruppen gepflanzten
Trachycarpus fortunei waren eine Augenweide. Auch die Dicksonien wirkten vital
und zeigten Neutrieb. Allerdings klagte der Besitzer über einen sehr harten
Winter mit bis zu minus 5 Grad Celsius. Ist eben Alles relativ, die übrigen
Palmen wie Washingtonia robusta und Phoenix canariensis zeigten aber deutliche
Frostschäden. Die vielen Eukalyptusarten wirkten alle ungeschädigt. Auf schmalen
dschungelartig angelegten Pfaden gelangt man zur Küste und hat einen
phantastischen Ausblick in die Bucht. Das unmittelbar am Meer gelegene Wohnhaus
ist eingerahmt von üppiger Vegetation blühenden Kamelien und wird begrenzt von
einem kleinen Bachlauf. Dieser kann per Brücke gequert werden und führt auf
verschlungenen Wegen die Küste entlang und durch ein halbverwilderten Gartenteil
gelangt man zurück zum Ausgangspunkt. Botanisch fiel ein immergrüner,
omnipräsenter Baum auf der, als Grisella bezeichnet wurde und überall aufkeimte.
Auch die stets anzutreffende Myrte luma apiculata bildete ein richtiges
Unterholz. Die chilenische Myrte hat einen eleganten baumartigen Habitus, mit
sehr schöner bronzefarbener, samtiger Rinde. Hierzu gesellt sich in allen
Gärten Prunus laurocerasus der stellenweise stark wuchert und wie ein
dominierender grüner Neophyt erschien. |
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Nach Verbeugung und Verabschiedung vom Bambus besuchten
wir nach kurzer Fahrt den Herrensitz von Bantry House. Das Gelände liegt
unmittelbar an der Küste. Das Haupthaus thront am Hang und von der Terasse hat
man einen herrlichen Blick auf den Fjord. An der Hausrückseite schließt sich der
Terrassengarten an. Herzstück des italienischen Gartens ist eine Glyzinienlaube,
die als Rondell einen Brunnen einrahmt. Der Hang oberhalb des Hauses ist via
Treppenanlage rasch zu erklimmen. Der Blick aufs Meer und die Küste – einmalig.
Rechts vom formalen Garten gelangt man in ein kleines Kerbtal; hier wurden
verschiedene exotische Pflanzen gruppiert und begleiten den Bachlauf bis hinauf
zum ehemaligen Gemüse und Obstgarten. Dieser ist durch eine hohe Mauer in zwei
gleich große Teile getrennt. Das alte Gärtnerhaus ist leider weitgehend Ruine.
Große gefasste Wasserbassins und die noch vorhandenen Obstbaumreihen lassen die
ehemalige Qualität der Anlage erkennen. Wer würde nicht einen so gut angelegten
Gartenbereich sein eigenen nennen wollen! |
Unsere nächste Übernachtung ist in Waterford im Südosten der Insel. Der
Wetterbericht hat Regen angekündigt, aber wir haben Petrus auf unserer Seite und
sobald wir den Bus verlassen grüßt die Sonne. Unser erstes Besuchsziel des
Tages sind die Altamonts Gardens nördlich von Waterford, im Inland auf einer
Hochebene gelegen, eingerahmt von den Wicklow- und Blackstairs mountains.
Die topographische Lage weit ab vom mildernden Atlantik, erklären auch die
herben diesjährigen Winterschäden an vielen empfindlichen Gehölzen. So ist die
oben erwähnte Grisella komplett erfroren, auch der Laurus nobilis und einige
Großblattrhodendron und Dicksonien zeigten deutliche Frostschäden. Da dies
aber seit mehr als 16 Jahren der letzte harte Winter in Irland war, werden sich
die Schäden bald wieder wettmachen lassen. Die Gartenanlage entstand angelehnt
an eine alte Klosteranlage. Direkt am so genannten Nun´s walk, einer Allee aus
uralten Buchen, nahm uns neben der verantwortlichen Gärtnerin ein prächtiger
Pfau in Empfang. Die sehr liebevoll gepflegten Abschnitte des Waldgartens,
verrieten sehr viel gärtnerisches Können und Arbeitseinsatz. |
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Nach dem Besuch dieser zwei Gartenanlagen steht noch der dritte Ausflug zum Powerscourt Garden auf dem Programm. Am späten Nachmittag treffen wir dort ein. Powerscourt Garden ist eine auf Repräsentation ausgerichtete Kombination von Landschaftsgarten und formalem italienischem Garten. Wir gelangen durch das Herrschaftsgebäude auf eine weite Terrasse, die einen Panoramablick auf den am Horizont liegenden Sugar Loaf Mountain freigibt. Das Gelände fällt ab über terrassierte Rasenflächen hinab zum Triton Lake. Gesäumt ist dieser Teil von Skulpturen und angrenzenden Rabatten. Links von dieser Fläche findet sich ein weiterer Mauergarten. Mit ebenfalls streng angeordneten Rabatten und bestens gepflegtem Rasen. Mich zieht es aber rasch weiter zum Arboretum und dem japanischen Garten. Es finden sich riesige Baumsolitäre wie Redwoods, Sicheltannen, Schwarzkiefern von enormen Ausmaßen, eine gigantische Südbuche mit malerischem Wuchs lässt uns staunen. Ein kleiner Wassergarten mit japanischen Stilelementen, geht über in ein Waldtal, flankiert von einem Tower. Hier finden sich die üblichen Exoten: Kamelien, Rhododendren teils baumartig, zahlreiche Araukarien etc. Wieder am zentralen Gebäudekomplex angekommen, fällt nochmals der tolle Ausblick auf den „Zuckerberg“ auf. Der Gartenarchitekt hätte keine bessere Perspektive finden können. Nach diesen geballten Eindrücken fahren wir zurück nach Dublin und beziehen wieder Quartier im gut geführten Croke Park Hotel. Nachdem wir ein gutes Dinner zu uns genommen haben, müssen die Tageseindrücke erstmal sortiert werden. Dies gelingt wieder in geselliger Runde bei einem frisch gezapften Bier. Auch die schönste Reise geht einmal zu Ende und wir besteigen ein letztes mal
den Bus von Roda. Ronan hat uns eine Stadtrundfahrt spendiert und wir können uns
einen Eindruck von der Metropole Dublin machen. Die Gehsteige voller Menschen,
stets zügig in Bewegung, man geht noch längere Strecken zu Fuß in Dublin. Die
typischen Doppeldeckerbusse und eine Straßenbahn sind das Rückgrat des
Nahverkehrs. Wir dürfen daher auch an den üblichen Autostaus teilhaben.
Schließlich machen wir noch einen Abstecher in den größten innerstädtischen Park
und schießen dort ein Abschiedsfoto, wo der Papst einst die irische Erde geküsst
und eine große Messe zelebriert hat. |
